Wechselmodell – es wäre besser!

Was nun das “bessere” ist? Wer nun vernünftiger ist? Wer der Klügere? Was ist mit dem Kind? Und wer bezahlt das alles hier eigentlich? Wer streitet nun mehr?

Ich hatte das letzte Mal einen Vater getroffen, der es bereits tut. Die Rede ist vom Wechselmodell. Das Kind ist 3 Wochen bei Papi und 3 Wochen bei Mami und das ist gar nicht so einfach. Denn der Kindergarten muss natürlich trotzdem für einen vollen Monat bezahlt werden und dann bringt ihn mal Mami und mal Papi. Das soll mal ein Aussenstehender kapieren. Denn am Anfang haben alle ganz schön “geschaut” und verstanden haben es die wenigsten. Aber er ist glücklich und ich bin es eigentlich auch, wäre da nicht die beiläufige Kleinigkeit, die er noch erwähnt hatte. Er zahlt nämlich trotzdem den vollen Unterhalt an die Mutter! Er möchte keinen Streit und er hätte ja auch kein Anrecht auf das Wechselmodell. ÄHM – ÖHM – AJA! Da bleibt einem die Spucke weg! Er zahlt vollen Unterhalt, er zahlt alle Sachen die in den 3 Wochen so anfallen, von Kita – über Essen usw. Ja, schön blöd? Nein, nicht ganz. Denn in Deutschland gibt es hier rechtlich, eben keine richtige Entscheidung und klares Gesetz. Denn so bald beim Wechselmodell eine Seite nur einen einzigen Tag mehr “betreut”, steht ihm der Unterhalt auch zu. Geschickt eingefädelt, traurig wie immer in Deutschland!

Ein anderes Beispiel. Ich kenne einen Vater, der noch die “klassische” Rolle hat. Der 14-Tage Papi, weil die Frau auf ihr alleiniges Erziehungsrecht pocht. Es wäre so ein toller Gewinn für das Kind, das beide Seiten kennenlernt, von beiden etwas mitnimmt. Die Standard Ausrede ist von vielen Müttern immer wieder, das sie doch streiten und es dann nicht funktioniert. Das ist eine billige Ausrede. Gerade hier funktioniert es wunderbar, man ist nur zu bequem für einen Versuch und hat dann auch Angst auf das Geld verzichten (zu müssen). Viele Väter sind auch zu faul, klar, die gibt es genauso! Aber die Väter, die es wollen, denen wird es verwehrt bzw. gar nicht ermöglicht. Nicht einmal probiert! Die Gewinner wären zum einen die Kinder und zum anderen der ewige Streit um den Unterhalt! Es könnte doch so schön sein, die Eltern müssten sich etwas mehr zusammenraufen und beherschen, die Kinder könnten sich auf Papi und Mami gleichermaßen freuen. Aber es wird wohl noch etwas dauern, vielleicht können sich unsere Kinder, die dann mal Eltern werden, dies besser vorstellen. Oder den Luxus genießen, es als Standard zu haben, wenn sich die Eltern einmal trennen sollten. Warum machen wir es immer nur so kompliziert und probieren nicht mehr aus. Kinder sollen doch so wichtig sein…

Ich bin ein absoluter Fan von Wechselmodell (Doppelresidenz) und dem Kind beide Eltern! Aber dann auch mit ausgeschlossenem Unterhalt, für beide Seiten und zwar von Anfang an. Das wäre mal fortschrittlich oder Zukunft – oder eben passend!

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Über Rent a Tobi®

Getrennterziehender Vater, mit der Bitte und dem Kampf, um viel mehr Gleichberechtigung und Genderneutralität. Ich bin für das Wechselmodell und finde dies die fairste und schönste Lösung für viele Kinder. Bei vielem ist noch viel Luft nach oben, in der Familienpolitik für Väter, gemeinsam!