Das “Fest der Liebe” wird von nun an ein anderes sein

Über ein Jahrzehnt nun hatte Weihnachten eine besondere Bedeutung bekommen. Als Kind war es das Fest, an dem die Familie, mal mehr und mal weniger friedlich, zusammen kam, um sich zu beschenken und ein paar ruhige Tage miteinander zu verbringen. Doch mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter wandelte sich Weihnachten für mich zu einer ganz anderen besonderen Zeit. Und zwar zu einer Zeit, welche ich mit den Menschen verbrachte, die ich meine eigene Familie nannte. Natürlich war meine “Ursprungsfamilie” immer noch da. Doch als ich Vater wurde, war plötzlich die Familie erweitert. Der Stammbaum größer. Mein eigener Stammbaum. So hatte ich nun meine eigene Familie. Sie war gleich geprägt von Patchwork, jedoch meine Familie. So verbrachte ich seit Geburt meines Sohnes sehr gerne Weihnachten mit ihm. Und schon bald entwickelte es sich zu einem Ritual und eine Tradition, dass die Zeit ab dem ersten Weihnachtstag uns gehörte. Meinem Sohn und mir. Natürlich hatte ich auch Partnerinnen an meiner Seite, doch die Zeit mit meinem Sohn war in Stein gemeiselt. Viele Jahre lang. In dieser Zeit konnten wir meistens die Sorgen beiseite schieben und besinnliche Tage verbringen. Auch viele Silvester verbrachten wir gemeinsam. Das war damals unser Tag. Ob zuhause oder  an der Oststee. Es war aber unser Tag. Unsere Tadition. Über ein Jahrzehnt. Vater und Sohn.

Doch dann begann der Krieg zwischen Papa und Mama zu eskalieren. Erst wurde die Tadition durch Gerichtsstreit beschnitten. So sollte es nur noch alle zwei Jahre Silvester für den Papa und den Sohn geben. Das war okay für mich. Habe ich doch wohlwollend Verständnis gehabt. Mama möchte schließllich auch mal Silvester mit ihrem Sohn verbringen. Fragen hätte es zwar auch getan, aber so wurde es nun dann vor dem Richter entschieden.
Doch die Tradition sollte nicht mehr lange in beschnittender Form weitergehen. Denn schon bald eskalierte es wieder und plötzlich war der Kontakt abgebrochen. Von 2015 auf 2016 verbrachten wir noch Silvester auf der Ostsee. Von 2017 auf 2018 hatte ich auf Weihnachten nur eine Stunde mit meinem Sohn. Und dieses Jahr von 2018 auf 2019 werde ich meinen Sohn voraussichtlich gar nicht mehr sehen. Geschweige denn Silvester mit ihm verbringen können. So denn werde ich zum Gedenken wieder an die Oststee fahren und wenn es Mitternacht leutet und die Menschen knallen und feiern, werde ich meine liebsten Anwesendenen feste drücken, küssen und dann inne halten. Ich werde an meinen Sohn denken und vermutlich auch eine Träne vergiesen. Denn dieses Jahr werde ich akzeptieren müssen, dass nichts mehr so sein wird wie es einmal war.

Ich bin kein besonderer Anhänger der kirchlichen Bedeutung von Weihnachten. Jedoch teilte ich immer die Aussage von
Richard von Weizsäcker, welcher einmal sagte: “Weihnachten ist das Fest der Liebe.”

Und das war es bislang immer in einem sehr besonderen Maße. Das Fest der Liebe zwischen mir und meinem Sohn.

Ich könnte nun voller Traurigkeit Weihnachten verfluchen und abschwören. Und glaubt mir, dieses Jahr wäre mir auch danach. Denn es tut sehr weh. Doch ich werde nach vorne schauen und Weihnachten eine neue Bedeutung für mich geben. Denn ich habe noch Menschen um mich rum, die es auch verdient haben eine besondere Zeit mit mir zu verbringen. Die es auch verdient haben geliebt zu werden. Fortan werde ich mit Ihnen Weihnachten neu definieren und das Fest der Liebe wird ein ein Fest der Liebe bleiben. Sobald Du, mein Sohn, wieder bereit dafür bist, gemeinsam mit mir das Fest der Liebe zu feiern, werde ich mit offenen Armen vor Dir stehen und Dich feste drücken. Du wirst immer ein Zuhause bei mir haben. Egal was passiert.

So wünsche ich nicht nur Dir mein Sohn Frohe Weihnachten, sondern allen Lesern und Besuchern dieses Blogs. Möget ihr viele schöne Stunden mit Euren liebsten haben und immer daran denken, die Kinder lieben immer beide Eltern.

EIn letztes mal in diesem Jahr von mir: “Allen Kindern, beide Eltern”.

Frohe Weihnachten und guten Übergang ins neue Jahr!

 

Kai

 

Kai

- stolzer Vater
- Familienpfleger und ausgebildet in Sozialmanagement
- Vollzeit beschäftigt und Student der sozialen Arbeit
- Fussballschiedsrichter
Kai

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