Gleichstellung von Vätern in der Familienpolitik

Gleichstellung von Vätern in der Familienpolitik

Sehr geehrte Frau Schwesig,
Sie sind eine sehr engagierte Politikerin, die sich für die Gleichstellung von Männern und Frauen engagiert. Unter anderem in Videos werben Sie für die Gleichstellung von Männern und Frauen. Gegen Unterdrückung und vielem mehr. Ich als sorgeberechtigter Vater, vermisse diese Gleichberechtigung allerdings jeden Tag in meinem Alltag. Es beginnt schon mit der Erstellung dieses Briefkopfes. Ich schreibe an das „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Allein schon die Bezeichnung Ihres Ministeriums, betont nochmal zusätzlich die Frau. Bei einer Gleichberechtigung, die auch durch unsere Gesetze untermalt werden, wäre dies doch nicht nötig. Andersrum gesehen, warum wird der Mann nicht ebenfalls erwähnt?


Männer werden als selbstverständliche Ernährer und Zahler in der Familienpolitik gesehen. Anders kann ich mir die Praxis nicht erklären. Ich erhalte als Mann und Vater das Gefühl, dass das Unterhaltsgesetz, die damit zusammenhängende Düsseldorfer Tabelle, sowie die praktizierten Handlungen von Jugendämtern und Familiengerichten eindeutig auf die Mütter und Frauen ausgerichtet sind. Man könnte sogar so weit gehen, dass unser Unterhaltsgesetzt Züge eines lukrativen Geschäftsmodells innehat. Abgesehen von der finanziellen Benachteiligung von Vätern die nicht gemeinsam mit Ihren Kindern zusammenleben, erhebe ich besonders Kritik an den Umgang mit Vätern in der familiären Praxis bzw. bei der Durchsetzung des gemeinsamen Sorgerechtes. Ich bitte Sie direkt, zitieren Sie mir bitte keine Gesetze, um mir mitzuteilen das Mütter und Väter gleichberechtigt sind in unseren Gesetzen zum Sorgerecht. Denn dies sieht in der Praxis von Jugendämtern und Gerichten ganz anders aus. Viele Schulen und andere Institutionen, handeln oft direkt und indirekt „mutterfreundlich“. Dies schockiert mich, dass dies so passiert. Wenn ein Richter „zum Wohle des Kindes“ entscheidet, entscheidet er doch oft gegen den Vater und nicht für das Kind. Mütter dürfen und könnensich in der Praxis viel mehr „erlauben“ bevor sie Sanktionen oder Konsequenzen zu befürchten haben. Väter hingegen werden oftmals für kleinere Vergehen hart bestraft. Das ist nicht nur subjektives Empfinden, welches ich hier schildere, sondern selbst der europäische Gerichtshof hat schon deutlich unsere Familienpolitik angeprangert. Wir leben was dieses Thema angeht gefühlt in der Steinzeit. Frau Schwesig, sie werben für Gleichberechtigung und führen Kampanien für Frauen an. Sie binden Männer für diese Kampanien ein und betonen, dass auch Männer sich für unsere Frauen einsetzen. Sie wollen durch eine Frauenquote erreichen, dass auch Frauen Führungspositionen bekleiden. Hier habe ich nichts entgegen zu setzen. Ich unterstütze Ihre Ansichten. Doch liebe Frau Schwesig, wer A sagt sollte auch B sagen können. Wo sind die Kampanien für „Beide Eltern für das Kind“? oder wo ist die „Väterquote“? Wo ist Ihr Bemühen, dass in der Umsetzung des gemeinsamen Sorgerechtes die Väter nicht immer das nachsehen haben?

Wir benötigen dringend eine moderne Familienpolitik.

Und dies auch bei der Umsetzung von Rechten der Väter. Es gibt unzählige moderne Männer, die sich nicht nur als Ernährer und Bezahler verstehen, sondern die aktiv bei der Erziehung ihrer Kinder mitwirken wollen. Oftmals reicht es, dass Mütter aus welchen persönlichen Gründen auch immer einen Riegel davor schieben. Dann haben es Väter schon schwer dagegen anzukommen. Auch Väter die Missstände bei Erziehung, Ernährung, Förderung und vielem mehr erkennen, haben oftmals keine Handlungsmöglichkeiten, wenn die Mütter unkooperativ sind und/oder die Bemühungen blockieren. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meine konstruktive Kritik wahrnehmen und entsprechende Schritte einleiten, damit sich hier in Deutschland endlich etwas nachhaltig verändert. Andere europäische Länder haben es bereits erfolgreich gezeigt, wie sich Gleichberechtigung in der Praxis auszeichnet.

Rent a Tobi®

Getrennterziehender Vater, mit der Bitte und dem Kampf, um viel mehr Gleichberechtigung und Genderneutralität. Ich bin für das Wechselmodell und finde dies die fairste und schönste Lösung für viele Kinder. Bei vielem ist noch viel Luft nach oben, in der Familienpolitik für Väter, gemeinsam!

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