Ein trauriger Tag für unseren Sohn…

Hallo Zusammen,

heute schreibe ich voller Traurigkeit diesen Artikel. Denn es ist nicht nur für mich ein trauriger Tag, sondern auch für meinen Sohn. Wer meine Artikel fleißig verfolgt hat dürfte wissen, dass ich unseren Sohn seit fast einem Jahr nicht mehr wirklich sehen “darf”. Der Umgang findet nicht statt und die Gründe dafür sind, emotional ausgedrückt, lächerlich.

Wer die Vorgeschichte ein wenig verfolgen möchte kann dies hier tun Der Papa “darf” am ersten Weihnachtstag “dazu kommen… und das Kind jederzeit gehen…” . Natürlich steht Euch jederzeit frei meine anderen Texte auch zu studieren.

Doch warum ist es heute ein besonders trauriger Tag? Bzw. um genau zu sein war gestern der traurige Moment, in dem die gemeinsame, vom Gericht angeordnete Elterneberatung, als Fehlgeschlagen deklariert wurde. Nach vielen Einzelgesprächen folge gestern das zweite gemeinsame Beratungsgespräch, in dem das Beratungsteam, bestehend aus zwei Psychologen(innen) der Diakonie, einen letzten Versuch wagten einen Umgang wieder herbeizuführen und deshalb nochmal versuchten durch Gegenüberstellung der jeweiligen Vorstellungen eine friedliche Einigung im Sinne des Kindes zu ermöglichen. Ich persönlich glaube dem Team, dass sie genau dies vor hatten. Das unterstelle ich mal, trotz all den negativen Dingen welche man so in den sozialen Medien und drum herum so mitbekommt. Trotzdem half es nicht, sie mussten eingestehen das die Beratung gescheitert ist.

Doch warum ist die Beratung gescheitert? Ich möchte Euch gerne einen Überblick bieten, wie dieser doch sehr kurze Termin, ablief. Gerne würde ich auch Eure Meinung dazu hören. Was haltet Ihr von der geschilderten Situation?

Ich kam die Treppe hinauf und bemerkte die Mama unseres Sohnes bereits im Wartebereich im Flur sitzen. Ich meldete mich in bekannter vorgehensweise an und wollte mich wieder zu der Mutter unseres Kindes gesellen. Als ich in den Wartebereich trat, fielen mir ein paar Papiere in ihrer Hand auf. Im ersten Moment dachte ich an Zeugnise. Hatte ich etwa den Zeitpunkt der Zeugnisausgabe nicht mehr im Kopf? Schnell zerschlug sich dieser Gedanke als ich folgende Ausführungen hörte. Achtung singemäße Wiedergabe(auch für folgende Zitate): “Ich habe auch erst jetzt bemerkt, dass du schon in die neue Unterhaltsstufe gekommen bist. Und zwar ab dem Monat wo L. Geburtstag hat”. Mit diesen Worten übergab sie mir mehere Kopien. Erste Seite der Kontoauszug von ihr, wo meine Unterhaltszahlung aufgezeigt wird. Ja Danke liebe Mama, ich weiss was ich jeden Monat überweise. Aber das war ja nicht alles, es wurde auch eine kurze Rechnung gemacht. 370 Euro – 302 Euro = 68 Euro. Mit dem Hinweis das dieser Betrag noch offen ist.
Zugegeben ich bin beruflich gerade sehr eingespannt und auch privat gibts einiges zu bearbeiten, jedoch habe ich schlichtweg vergessen, den Dauerauftrag dahingehend zu verändern. Denn auch ich weiss, dass unser Sohn diesen Monat Geburtstag hat. Traurig genug, dass ich ihn nicht sehen “darf”. Also in einer “gesunden” Elternbeziehung hätte es auch ein mündlicher Hinweis getan, mit der Bitte um Ausgleich.
Als hätte es das nicht schon genügt, habe ich noch die Düsseldorfertabelle in Kopie angehängt bekommen, sowie ein Auszug aus dem Gesetz mit genauer Makierung der relevanten Textpassagen. So dass ich auch direkt erkenne, dass der erhöhte Unterhalt schon ab 07/18 zu zahlen ist.  Ehrlich gesagt darf mich soetwas ja gar nicht mehr verwundern, enttäuscht bin ich trotzdem etwas, dass man das auf diese Art und Weise tun muss.

In Kombination mit dem Verlauf in der Beratung, bekommt das Ganze nochmal eine ganz spezielle Würze. Das Kosten und beurteilen der Kochkünste überlasse ich Euch Lesern.

Wie bereits oben beschrieben wollte das Beratungsteam eine einvernehmliche Lösung erreichen. Deshalb kam es schnell zu der Frage an die Mama: “Wie stellen Sie sich eine Annäherung von L. und dem Vater vor”. Sie antwortete daraufhin, dass sie es für sinnvoll erachtet, wenn der Vater, also ich, ersteinmal mit L. telefoniere. Darauf hin wurde ich gefragt. Ich habe mich diplomatisch skeptisch diesem Vorschlag geäussert und meine Überzeugung kund getan. Und zwar bin ich der Meinung, dass L. aufgrund des Loyalitätskonfliktes wohl eher kein entspanntes Telefonat führen könne. Zudem hat die Vergangenheit gezeigt, dass er sowieso aufgehört hat mit mir aus der Ferne zu kommunizieren. Direkt wurde hier eingegriffen seitens der Mama und klar gestellt, dass unser Sohn ja generell kein gesteigertes Interesse am Telefonieren hätte. Also egal um wen es gehen würde. Hier hat das Beraterteam auch nachgehakt und aufgezeigt, dass damit ja schon ein Grund vorliegt, wieso ein Telefonat vielleicht nicht die günstigste Variante ist. Hinzuzufügen wäre noch mein Vorschlag, welcher kurz vorher noch mitgeteilt wurde. Und zwar habe ich auch hier meine Überzeugung geäussert, dass ein gemeinsamer Nachmittag für den Anfang schon drin sein könnte. Betrachtet man die Tatsache, dass es einen geregelten Umgang in der Vergangenheit gab und es ein stabiles Papa Kind Verhältnis gibt, halte ich dies auch für realistisch. Mit der Aussicht wieder den gewohnten, und nebenbei erwähnt schon vom Gericht festgesetzen Umgang, wieder stattfinden zu lassen. Fragt man die Mama, habe ich natürlich nie ein gutes Verhältnis zu meinem Sohn gehabt. Dies war nur eines der Unwahrheiten, welche ich mir noch nebenbei anhören durfte.

Lange Rede kurzer Sinn. Zusammengefasst, sie erwartet, dass ich meinen Antrag auf Wiederherstellung des Umgangs zurückziehe, und zwar so wie auch sie den Antrag auf gemeinsame Sorge zurückgezogen hat und ich mich erstmal mit einem Telefonat zufrieden gebe. Es wurde zwar verschwiegen, dass der Richter das im Prinzip von ihr erwartet hat, aber okay ist ja nur ein unwichtiges Detail. Wollen uns ja mal nicht in Details verlieren… Ich habe das verneint und meine Erwartungshaltung deutlich gemacht.

Sie war auf dem Standpunkt: “Wenn L. weint werde ich ihn nicht zu Dir rausdrücken” und “Dann musst Du ihn demnächst halt mit der Polizeit bei mir raus holen” “Aber ob L. dann gerne zu Dir kommt, kannst Du ja dann selbst sehen”…

Aufgrund der geschilderten Situation, welche ich natürlich sinngemäß aber ziemlich Realitätskonform aufgezeigt habe, hat das Beratungsteam die Beratung nun beendet und wird dem Gericht mitteilen, dass eine Einigung nicht möglich war. (Inhalte werden nicht weitergegeben)

Und weiter dreht sich das Rad und mein Sohn bekommt keine Ruhe. Wie soll ich nun weiter vorgehen? Was soll ich tun? Antrag zurückziehen und hoffen? Ich habe schon während der Beratung Prognosen aufgestellt. Sollte ich dies tun bekomme ich unseren Sohn vielleicht Anfang/Mitte 20 zu Gesicht, wenn er alles selbst reflektiert.

Die Alternative wird weiteres Vorgehen vom Gericht sein. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Die alleinige Sorge, welche die Mama wollte, ist vom Tisch. Doch mein Sohn verweigert den Kontakt. Doch wenn ich nichts tue, dann kann ich auch nicht verhindern, dass mein Sohn weiteren Schaden davon trägt, weil er keinen Kontakt zu seiner zweiten Elternhälfte hat.

Und all das macht es zu einem verdammt traurigen Tag, welcher erstmal für mich in einer Art Dilemma endet. Vermutlich muss ich geduldig sein und abwarten wie das Gericht auf diese Veränderung reagieren wird. Ich bleibe dabei, ein Kind benötigt beide Eltern.

Schreibt mir Eure Meinungen in die Kommentare. Gerne beantworte ich Fragen und stelle mich Eurer konstruktiven Kritik.

Liebe Grüße

 

Euer (heute trauriger) Kai

Kai

- stolzer Vater - Familienpfleger und ausgebildet in Sozialmanagement - Vollzeit beschäftigt und Student der sozialen Arbeit - Fussballschiedsrichter

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[…] der Mama meines Sohnes eine Summe von 68 Euro überwiesen. Wer meinen letzten Artikel, und zwar Ein trauriger Tag für unseren Sohn,  gelesen hat, sollte wissen warum ich dies tun musste und wie die Situation entstanden ist. Ich […]