8 Wochen und mehr ohne Kind, gar kein Problem so geht´s….

Liebe Leser(innen),

vor über 8 Wochen stellte die Mama unseres Sohnes einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht. Obwohl es meiner Meinung nach absolut keinen plausiblen Grund dafür gibt dies so zu tun, habe ich es (mal wieder) unserem Sohn zu liebe ausgehalten und ertrage die daraus resultierende Situation.
Soweit so (nicht)gut. Jedoch setzt plötzlich auch zeitgleich der sonst immer stattgefundene Umgang aus.
Sinnzitat: “Mein Anwalt und das Jugendamt sind bereits an der Sache dran, der Umgang setzt jetzt erstmal aus”.
Diese Worte bekam ich zu hören, als ich unseren Sohn wie gewohnt zum Umgang abholen wollte. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass das Wochenende vorher, welches im Vofeld für einige Diskussionen gesorgt hatte, da man das Umgangwochenende wegen eines “Pokemon Events” ausfallen lassen wollte, bereits ausgefallen war.
Da keine Einigung auf Elternebene möglich war, obwohl hier von meiner Seite mehr als nur ein kleines Entgegenkommen stattfand, lies man einfach das Wochenende ausfallen in dem man nicht zuhause war, als ich unser Kind wie gewohnt und angekündigt abholen wollte.

An jenem Wochenende war mir noch nicht klar, als ich meinen Sohn holen wollte und vor verschlossener Tür stand, dass bereits ein Antrag auf alleiniges Sorgerecht gestellt wurde. Dies wurde mir erst nach Sichtung des Schreibens vom Amtsgericht klar. Somit wären wir dann beim zweiten nicht stattgefundenen Wochenende. Dieses spielte sich exakt so ab: Vater kommt die Treppe hoch. Mama steht mit Sohn im Türrahmen.
Mama fragt: Was willst Du denn hier?
Papa: Ich möchte gerne meinen Sohn zum Umgang abholen.
Mama: Sohn (Name natürlich) ….
Sohn: Ich möchte heute nicht mit Dir kommen….
Papa: Ein schönes Wochenende wünsche ich trotzdem.

Papa geht, nicht zuletzt um Druck und Streß beim Kind zu vermeiden. Selbstverständlich tut es in der Seele weh und ich verstehe nicht wie man als Mutter so agieren kann, jedoch muss ich weitermachen und für die wahren Bedürfnisse meines Sohnes eintreten.

14 Tage später verlief fast ähnlich, hier bemerkte ich schon einen gesteigerten Druck bei meinem Sohn. Er traute sich schon gar nicht richtig an die Tür. Weitere 14 Tage später, also letzten Freitag, war mein Sohn gar nicht mehr Zuhause zum Zeitpunkt meines üblichen erscheinens. Als “Wochenend Mitgift” habe ich noch einen Gedankenanstoß der Mama mitbekommen, der mir zu denken geben soll, warum mein Sohn keinen Kontakt zu mir möchte. Für Montag, also gestern, kündigte ich mich ein weiteres mal an, um meinem Sohn die Möglichkeit zu geben, die restlichen Ferien, die wir eigentlich fest geplant hatten, noch verbringen zu können.

Auch diesmal, geschlossene Tür. Niemand zuhause.

Die Gerichte und Verfahrensbeistände haben Ihre Arbeit vor Wochen aufgenommen. Meinem empfinden nach, habe ich dieses mal Glück. Ich habe einen Verfahrensbeistand für meinen Sohn erwischt, die wirklich ihren Job versteht. Sie hat sofort erkannt, dass hier kein Eingreifen in das Sorgerecht nötig sein wird. Die Richterin wird aller vorraussicht nach Mediation empfehlen. Nunja nichts neues für mich, denn vernüftige Kommunikation ist schließlich alles, wenn es um Kinder bzw. Trennungskinder geht. Eltern müssen gemeinsam fürs Kind da sein. Egal wie es Zwischenmenschlich zuende gegangen ist. Das wissen wir alle. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ein Großteil der Eltern, hier vorzugsweise Väter, sich genau darum bemühnen.

Welche Moral dieser (meiner) Geschichte ziehen wir heute? Was können wir für unser alle Gedankengut mitnehmen und für weiteres Handeln im Hinterkopf behalten?

Das Elternteil (vorzugsweise immer noch die Mutter in unserer Gesellschaft) welches das Kind “bei sich hat”, kann im ersten Step schalten und walten wie sie lustig ist. Das Elternteil kann manipulieren und Kinder in Loyalitätskonflikte drängen. Unser Rechtssystem ist immer noch nicht in der Lage, schnell und zeitnah zu intervinieren. Ja ich finde 8 Wochen für eine Kinderseele schon viel zu lange. Trotz extra Verfahren, um den bereits per Beschluss klar definierten Umgang wiederherzustellen,  dauert und dauert es. Für die Seele des Kindes eine Qual. Für die Seele eines Vaters ebenso.

Unsere Gesetzgebung arbeitet langsam, doch wir bewegen uns in die richtige Richtung!

Doch wir alle können etwas verändern, wenn wir nur laut genug schreien. Frauen dieser Gesellschaft, bitte denkt über Eure Verantwortung nach, die ihr mit der Geburt eines Kindes übernehmt. Väter dieser Gesellschaft, lasst Euch das alles nicht mehr Gefallen. Seit besonders besonnen und ruhig bei der Sache. Zeigt allen, dass wir Männer empfindsame Wesen sind, die genauso einfühlsam Kinder großziehen können wie es unsere weiblichen Partner tun können. Denn eines wird immer bleiben Muter und Vater. Und zwar als Eltern. Ein Leben lang. Da gibt es kein Gesetz und keine Möglichkeit dem zu entfliehen.

Nur wenn wir weiterhin unseren Weg verfolgen, unsere Rechte durchsetzen, nur dann kann sich etwas verändern. Beantragt Euer Sorgerecht, beantragt Euren Umgang. Zeigt der Welt da draußen, dass wir Männer mitmachen. Das wir Väter genauso ein Teil im Leben unserer Kinder sind wie ihre Mütter. Gleichwertig nebeneinander. Auf gleicher Ebene. Und dafür müssen wir einstehen. An allen Fronten. Vorallem in der Nachbarschaft, bei Ämtern, bei den Familienmitgliedern. Überall wo nur der Hauch von Ungleichberechtigung aufkommt.

Frauen und Männer sind gleich. Das sagt schon unser Grundgesetz. Also leben wir es. Jetzt!

Damit unsere Kinder weniger leiden und die Möglichkeit haben glücklich zu sein.

In diesem Sinne ein schönes Halloween mit Euren Kindern und Freunden. Und für diejenigen, die mit mir im gleichen Boot sitzen, geniesst Euren Halloween. Dann habt ihr heute mal “frei” und könnt was schönes machen. Lasst Euch nicht entmutigen. Denn frei nach dem Motto “Süßes oder saures?”, kann auch wieder was süßes kommen.

 

Liebe Grüße

 

Kai

Kai

- stolzer Vater - Familienpfleger und ausgebildet in Sozialmanagement - Vollzeit beschäftigt und Student der sozialen Arbeit - Fussballschiedsrichter

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